Die Sturmwarnung hält an und es wird auch langsam kälter. Spoiler-Alert für alle Fans der kleinen Currywurst – diesen Urlaub sind die Aussichten für Flugeinlagen sehr schlecht. Es ist entweder zu windig, zu kalt oder zu nass. Oder alles zusammen :-). Wer also bewegte Bilder möchte, kann sich entweder an unsere ersten Flugversuche im letzten Jahr an dieser Stelle nochmal angucken oder darf gerne in ein paar Wochen mit uns das fertige Urlaubsvideo gucken.
Uns zieht es heute ins Hinterland, raus aus dem Wind und rein in den Wald. Dabei stolpern wir über ein Objekt, das wir zunächst nicht einordnen können. Sieht aus, als hätte jemand jede Menge Gefrierbeutel an einen dürren Ast gehängt und in den Wald gestellt. Bei näherer Betrachtung sind in den Plastiktüten lauter Schnuller??? Hat sich da jemand an moderner Kunst versucht? Die spätere Internetrecherche offenbart, dass es sich tatsächlich um den dänischen Brauch des Schnullerbaumes handelt. Hier können Kinder zwecks Entschnullerung selbige in den Baum hängen und bei Bedarf besuchen damit der Abschied nicht so schwer fällt. Klingt komisch, ist aber wohl so und mittlerweile findet man solche Bäume nicht nur in Dänemark, sondern auch bei uns; sagt Wikipedia. Sogar in Ratingen. Da werden wir nach unserer Rückkehr mal gucken gehen 🙂
Schnullerbaum
Dreierlei
Schnullerblume
Cachen im Winterwald
Fahrradwaschanlage
Abfluss verstopft?
Zugegebenermaßen ist Cachen im Winter oft eine ziemlich matschige Angelegenheit. Dankenswerterweise klart es am Nachmittag etwas auf und die blasse Wintersonne kommt immer mal wieder zum Vorschein, so dass wir weitermachen und nicht nur den Glöckner der Vennebjerg Kirke treffen, sondern auch einen ersten Blick auf unser morgiges Ziel werfen können. Da wollen wir nochmal den Rubjerg Knude Leuchtturm besuchen.
Sonne?
Scheint!
Wohnen im Grünen
Panorama mit Rubjerg Knude Fryr
Vennebjerg Kirke
Winterfarben
Lichtspiel I
Lichtspiel II
Und dann kommen wir doch tatsächlich noch in den Genuss eines Sonnenuntergangs. Naja fast 😉 Auf jeden Fall ist die Abendstimmung am Strand sehr schön! Und ein bisschen wie im Autokino 🙂 Auf der einen Seite glutrote Wolken, auf der anderen ein fetter Vollmond über den Dünen. Leider macht es der Wind es fast unmöglich, die Kamera ruhig zu halten. Also legen wir die Technik zur Seite und genießen die Aussicht. Einfach nur so. Wie früher.
Es ist wieder mal Ende Januar und höchste Zeit für den nächsten Urlaub. Ein wenig einfallslos haben wir uns wieder für Dänemark entschieden und tatsächlich auch wieder so weit nördlich wie letztes Jahr. Sehr praktisch, dass wir die lange Fahrt mit einer Stippvisite bei der Familie in der Lüneburger Heide unterbrechen können. Wir verbringen eine Nacht im Naturhotel Camp Reinsehlen, was wir uneingeschränkt empfehlen können. Nach einem super Frühstück und einem Morgenspaziergang in der Heide, der uns auch noch die ersten Caches des Jahres beschert, geht es weiter und weiter nach Norden, bis wir in Saltum unser Ziel erreichen.Die Gegend scheint auch bei anderen beliebt zu sein, denn das Ferienhausghetto ist ganz neu, noch nicht vollständig bebaut und umgeben von einem Naturgrundstück. Sprich, es hat sich noch kein Gärtner ausgetobt und eine richtige Straße gibt es auch nicht. Offenbar hat es aber auch hier in den letzte Tagen (Wochen?) viel Niederschlag gegeben, der Weg ist matschig und steht so wie die Wiesen drumherum voller großer Pfützen. Gut dass das Haus etwas erhöht auf einer Holzplattform steht und die Endreinigung im Mietpreis inkludiert ist. Es ist schon wieder dunkel, kalt und nass draußen, also richten wir uns ein, bringen den Kamin in Gang und lassen den Tag ganz gemütlich auf der Couch ausklingen.
Einer der Hauptgründe, warum es uns wieder hier oben hin verschlagen hat, ist der kilometerlange und sehr breite Sandstrand direkt hinter den Dünen, wo man immer ein ungestörtes Plätzchen findet. Also ist das natürlich heute Morgen unser erstes Ziel, obwohl der Wetterbericht eine Sturmwarnung anzeigt und der Wind auch tatsächlich ganz schön um unser kleines Holzhaus herumsaust. In Saltum gibt es eine direkte Strandzufahrt und wir freuen uns schon auf die Einsamkeit und eine kleine Spritztour mit Spaziergang an der Wasserkante entlang. Aber da spielt das Meer diesmal nicht mit. Der Wind treibt die Wellen hoch auf den Strand und wirbelt den Sand in den Dünen herum. Es bleibt kaum genug Platz um dazwischen zu laufen und gegen den eisigen Wind ankämpfend kommt man kaum zu Atem. Ein tolles Naturschauspiel, aber lange darin aufhalten mag man sich nicht. Gut, dass man hier – zumindest theoretisch – mit dem Auto auf den Strand fahren kann und so immer wieder ein windgeschütztes Plätzchen zum Aufwärmen hat. Nicht nur in Blokhus könnte man problemlos eine Schaumparty feiern, wenn es nicht so saukalt wäre 😉.
Sandsturm
Saltum Strand(?)
Windbreaker
Lichtblicke
Blokhus Leuchtfeuer I
Blokhus Leuchtfeuer II
Løkken Strand (?)
In Løkken liegen ein paar Fischerboote sehr photogen auf dem verbleibenden Strand und dort entsteht die folgende Serie, für die Diane sich sogar ein paar nasse Füße holt.
Aber das schreckt den erprobten Winterurlauber nicht und es wir weiter geknipst was das Zeug hält 😀. So kommt auch die Gegenlichtserie noch zu Stande:
Aber dann macht das Meer eine letzte hinterlistige Anstrengung und die Wellen schwappen so hoch über, dass es nicht nur nasse Schuhe gibt und wir den Heimweg antreten müssen. Auto und Insassen sind voller Gischt und Schaum und zumindest die letzteren sind jetzt reif für eine heiße Dusche 🥶.
Nach dem langen Tag gestern, lassen wir es heute ruhig angehen. Außerdem treibt der Wind den Regen immer wieder waagerecht über das Haus hinweg, da zieht uns erstmal nix nach draußen. Am Nachmittag kommt aber immer öfter die Sonne zum Vorschein und wir machen eine kleine Runde über die Rosguill Halbinsel. Der Wild Atlantik Way führt um die kleine Halbinsel herum. Leider nieselt es immer wieder so dass wir heute nicht fliegen können sondern uns ganz klassisch mit Fotos begnügen müssen 😉
Doag Bay
Cashermobil auf dem WAW
Ehrgeizig!
Buntes Zwischenspiel
Wo ist die Sonne?
Trá na Rossan View
Aufgepusteter Lars
Trá na Rossan Beach
Guter Tip!
Am Abend erhalten wir leider sehr traurige Nachrichten von zu Hause, so dass wir unseren Urlaub hier vorzeitig beenden mussten.
Gestern im Regen sah es schon nett aus, aber heute zeigt sich Doe Castle an der Sheephaven (obwohl wir gar keine Schafe gesehen haben) Bay in seiner ganzen photogenen Pracht.
Doe Castle
Schon wieder Berge
Sheephaven Bay
Wir sind zwar schon ziemlich weit im Norden, aber ein bisschen weiter geht es noch. Darum steuern wir heute die Halbinsel Inishowen an. Malin Head ist Irlands nördlichster Punkt, aber das ist heute nicht unser Hauptziel denn da waren wir 2014 schon. Heute haben wir uns die Westküste vorgenommen. Und wie so oft ist auch der Weg dorthin schon sehenswert 🙂
Heumännchen
Farbe bekennen
Gotcha!
Gebrauchte Küche abzugeben
Wie kommt die Kuh auf’s Dach?
Manorcunningham Aussicht
In Buncrana wollen wir uns die angepriesenen Sehenswürdigkeiten O’Doherty’s Keep, Buncrana Castle und Ned’s Point Fort ansehen, die man angeblich alle auf einem kleinen Spaziergang erkunden kann. Die mehrbögige Brücke zum Schloss ist ein vielversprechender Anfang, aber leider auch schon das Beste was uns geboten wird. Den Keep kann man leicht übersehen, da eher klein, ziemlich zugewachsen und nur an einem hoch angebrachten Schild zu erkennen. Das Castle ist nicht zugänglich und versteckt sich hinter hohen Hecken und einem Metalltor. Und der Weg zum Fort ist mit einem Bauzaun gesperrt. Also bleiben wir nicht lange und fahren weiter die Küste hinauf.
Lough Swilly
Buncrana Castle Bridge
Dunree Fort sitzt auf einem Felsen über Lough Swilly und ist heute ein Militärmuseum. Auf dem Parkplatz stehen Kanonen und Panzer, was uns jetzt eher weniger interessiert. Wir wollen auch weder das Museum noch die unterirdischen Bunker besuchen, aber der Ausblick über Lough Swilly lohnt sich. Toiletten und Parken sind kostenlos 🙂
Fort Dunree
Stolzes Irland
Kreatives Recycling
Ein Stück unterhalb des Parkplatzes lassen wir dann auch die Currywurst aufsteigen.
Weiter geht es zum Gap of Mamore, einer Passstraße mit bis zu 30% Steigung, die unser Cachermobil mit Bravour nimmt 🙂 Und am Scheitelpunkt auf 800 Meter Höhe gibt es einen Aussichtspunkt mit Quelle, Heiligenfiguren und von Pilgern hier abgelegten Gedenksteinen. Nicht unbedingt ein Highlight, aber wenn es sowieso am Weg liegt einen kleinen Stopp wert.
Gap of Mamore
Pilgerstätte
Und natürlich wieder eine Gelegenheit zum Fliegen!
Von hier an geht es über immer kleiner und enger werdende Sträßchen bis wir schließlich Leenan Strand erreichen. Der kleine Ort ist ziemlich heruntergekommen, aber wenn so wie heute nix los ist, MUSS man hier einfach einen Strandspaziergang machen. Besonders, wenn der Himmel mit aufziehenden Regenwolken so ein wunderbares Wolken- und Lichtspiel dazu zaubert 🙂
Also den nächsten Akku einlegen und hoch mit der kleinen Wurst!
Leider ziehen immer mehr Wolken auf und schließlich kommt es wie es kommen muss und uns erwischt der erste prasselnde Regenguss. So fällt unser Aufenthalt auf der Doagh Halbinsel und am Carrickabraghy Castle eher kurz aus.
Carrickabraghy Castle
Trawbreaga Bay
Der nächste Schauer
Da es schon später Nachmittag ist und der Regen immer regelmäßiger fällt, machen wir uns langsam auf den Heimweg. Wir haben noch einen Stopp vor, wenn das Wetter mitspielt – das Ringfort Grianán of Aileach. Es steht auf Greenan Mountain und bei klarem Wetter bietet der perfekte Kreis eine prima Rundumsicht. Wir empfehlen den Besuch zum Sonnenuntergang, dann entfaltet dieser Ort seine ganze mystische Wirkung. Allerdings sollte man die Uhr im Auge behalten, denn das Tor auf der Zufahrtsstraße wird am Abend geschlossen.
Viel Regen und hin und wieder Sonne sind natürlich auch ein Rezept für Regenbogen und kurz bevor wir das Fort erreichen präsentiert sich ein Prachtexemplar direkt vor uns. Und bleibt auch eine ganze Weile 🙂 Das Ringfort ist komplett erhalten, kostenlos zu besichtigen und man kann über diverse ausgetretene Steintreppen hoch kraxeln. Und notfalls auf dem Hosenboden wieder runter 😉
Wünsch‘ Dir was
Da steht der Topf mit dem Gold
Blick auf Lough Swilly
Immer rundherum
Oben auf der Zinne
Der Stoff aus dem Legenden sind
Es ist gerade trocken und da gehen wir natürlich wieder in die Luft 🙂
Wir beenden diesen schönen, aber auch langen Tag da, wo wir ihn auch begonnen haben, an der Sheephaven Bay mit einem letzten Flug bevor es endgültig dunkel wird.
So, jetzt kann sich wirklich keiner mehr „beschweren“, dass wir zu wenig Flüge im Blog haben 🙂 🙂 🙂